Industrienorm für Saat- und Pflanzengut bedroht Artenvielfalt

29. April 2013

Agrarkonzerne haben es offenbar geschafft, die EU Komission durch intensive Lobbyarbeit dazu zu bewegen, einen Gesetzentwurf einzubringen, der es den Konzernen ermöglicht Ihre Industrienormen auf Saatgut EU weit durchzusetzen und damit ihre Monopolstellung weiter auszubauen. Die weltweit angemeldeten Patente auf Saatgut gehen immer mehr zur Lasten der Artenvielfalt, aber fördern auch Hungersnöte weltweit, da Bauern in armen Regionen das patentierte Saatgut nicht bezahlen können. Am 6. Mai will die EU-Komission über diesen Gesetzentwurf, der in erster Linie den Argrarkonzerne wie  Monsanto, BASF und Syngenta nützt abstimmen. Hierzu hat unter anderem Campact einen Online-Apell gestartet, den man, wie ich finde unterzeichnen sollte. Campact schreibt dazu:

‚…kommt der Entwurf aus der EU-Kommission durch, wäre es das Aus für viele alte Obst-, Gemüse- und Getreidesorten: Es dürfte nur noch Saat- und Pflanzgut von Sorten in den Handel, die den Industrienormen entsprechen – so wie es Agrarkonzerne wie Monsanto, Syngenta und BASF herstellen. Auf der Strecke blieben viele heimische Sorten, die unseren Speiseplan bereichern. Und dafür sorgen, dass sich unsere Landwirtschaft an den Klimawandel, neue Krankheiten und Schädlinge anpassen kann……….

…… ‚ Nach den Plänen einer Fachabteilung der EU-Kommission dürften Betriebe, die pflanzliches Saatgut erzeugen, künftig nur noch Sorten verwenden, die ein amtliches Zulassungsverfahren durchlaufen haben. Das Problem: Das Verfahren ist aufwändig und teuer. Zudem können nur Sorten das Verfahren bestehen, die bestimmte Kriterien erfüllen – etwa einheitliches Wachstum. Viele traditionelle Kartoffel-, Tomaten- oder Gurken-Sorten zeichnen sich aber gerade durch ihre natürlichen Unterschiede aus.

Zwar soll es für alte Sorten ein vereinfachtes Verfahren geben. Doch dies gilt nur für Sorten, die nachweislich bereits auf dem Markt sind – und dies muss im Zweifelsfall erst einmal bewiesen werden. Wieder entdeckte Sorten oder neue Kreuzungen hätten von vornherein keine Chance.

Nur eine große Auswahl an Obst-, Gemüse- und Getreidesorten und damit eine breite genetische Ausgangsbasis sichert, dass sich unsere Landwirtschaft an den Klimawandel, neue Krankheiten, Schädlinge und neue Lebensstile anpassen kann. Die geplante EU-Saatgutverordnung muss Vielfalt auf unseren Feldern und Tellern ermöglichen, statt sie zu vernichten.

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