lebensmittelverschwendung

Welternährungstag 2012 – Lebensmittel fair teilen

16. Oktober 2012

FAO die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wurde am 16.10.1945 gegründet. Seit 1979 wird am 16.10. der Welternährungstag begangen. 2012 steht der Tag unter dem Motto: Agricultural cooperatives – a key to feeding the world.

Zwar verringerte sich  die Zahl der Hungernden laut jüngstem Welthunger-Index seit 1990 um 26 Prozent, doch  870 Millionen Hungernde sind immer noch unerträglich viel. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter 10 Jahren, jeden Tag sterben 57.000 Menschen an Unterernährung, obwohl die Menge der produzierten Nahrungsmittel für alle reichen würde. Hunger ist demnach ein Verteilungsproblem und kein Produktionsproblem.  Dr. Hans R.Herren, Vizevorsitzender des Weltagrarberichts (IAASTD)  und  Gründer der Stiftung Biovision: “[…] .. mit 4600 Kalorien pro Person und Tag produzieren wir heute doppelt so viel (Lebensmittel)  wie wir brauchen. Wir könnten also 14 Milliarden Leute satt bekommen. Doch von den 4600 Kilokalorien gehen 800 in die Fleischproduktion, 800 gehen beim Verarbeiten verloren und 30-50% werden weggeworfen.‘  (hierzu auch die Artikel über Lebensmittelverschendung) .

Alle 5 Sec. verhungert ein Kind

 

Zudem sollten Kleinbauern  und Kooperativen in Entwicklungs- und Schwellenländern gefördert werden, indem sie ausreichend Einkommen, Ausbildung und vor allem gesicherten Zugang zu Agrarland  erhalten.

Spekulation auf Agrarflächen und auf Nahrungsmittel,  Nutzung von Agrarflächen zum Anbau von Pflanzen für die alternative Energiegewinnung in Biogasanlagen und als Biosprit, Monopole auf Saatgut, teurer Kunstdünger und Gentechnologien  erhöhen künstilich die Preise auf Nahrungsmittel.  Das trifft in besonderm Maße  arme Menschen, die sich die steigenden Lebensmittelpreise nicht leisten können.

Dr. Hans R.Herren (s.o.)  meint:  ökologische, nachhaltige Landwirtschaft könne den Einsatz von Kunstdünger, Schädlingsbekämpfungsmitteln und teuerer Gentechnologie überflüssig machen. Das liege jedoch nicht im Interesse der Industrie und der grossen Bauernverbände, deren Einfluss bis in die FAO reicht. (die Person, die für den Weltagrarbericht aus dem FAO Büro verantwortlich war arbeitet jetzt für die Bill Gates Foundation).  Die Bill Gates Foundation hat ein riesiges Programm aufgelegt, das den Verbrauch von Düngemitteln, Hybridsamen und – wo möglich die Gentechnik fördert. Der frühere Chef der Biotechnologie-Abteilung von Monsanto arbeitet jetzt bei der Billl Gates Stiftung.

Jan Ziegler,  von 2000 bis 2008 Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung, der u.a. das sehr empfehlenswerte Buch: ‚Wir lassen sie verhungern‚  geschrieben hat, schreibt über die Ursachen und Folgen des Hungers:

Der Hunger ist menschengemacht, dieses tägliche Massaker des Hungers. Und ich wiederhole: alle fünf Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren und dieses Kind wird ermordet.“ […)   „Die Börsenspekulation mit Grundnahrungsmitteln kann morgen früh vom Bundestag verboten werden. Wir können die Totalentschuldung der ärmsten Länder durchsetzen, wenn wir den Finanzminister zwingen im Dezember bei der Generalversammlung des Weltwährungsfonds einmal für die sterbenden Kinder und nicht für die Gläubigerbanken in Frankfurt zu stimmen. Wir können den Landraub mindern und wir können die Fabrikation von Biotreibstoff und von Agrartreibstoffen verbieten, wenn das durch das Verbrennen von Nahrungsmitteln geschieht. […] ..“Um 50 Liter Bioethanol für einen Autotank herzustellen, müssen 352 Kilo Mais verbrannt werden. Von 352 Kilo Mais lebt ein Kind in Sambia oder Mexiko, wo Mais das Grundnahrungsmittel ist, ein Jahr lang

Dem Westen wirft Ziegler vor, dass multinationale Konzerne die Preiskontrolle für Grundnahrungsmittel hochtreiben, Börsenspekulation und Agrartreibstoffe die Situation noch verschlimmern. Aber er kritisiert auch, dass in den Hungerländern selbst die eigene Landwirtschaft zugrunde gerichtet wird.

ein Jahr Nahrung für 50L Biosprit

Neben langfristigen Maßnahmen gegen den Hunger ist jedoch akute Hilfe dringend notwendig, besonders, wenn sich die Befürchtung bestätigt, dass neue akute Hungersnöte bevorstehen. Drastisch gestiegene Preise für Getreide und Milch an den Rohstoffbörsen wegen der schlimmsten Dürre in den USA seit mehr als 50 Jahren deuten alarmierend darauf hin.

Auch wenn Politiker, Großkonzerne und Bauernverbände gefordert sind ihre Politik im Sinne einer gerechteren Verteilung der reichlich vorhandenen Resourcen zu ändern, Soforthilfe auch durch Spenden an z.B. die Welthungerhilfe, Brot f. die Welt u.a. sind nach wie vor dringend erforderlich. Denkt daran, wenn Euch mal wieder schlecht ist, weil Ihr zu viel gegessen habt.

 

 

Schweine in den Müll

10. Oktober 2012

Ein riesen Skandal und passend zum Thema Lebensmittelverschwendung ist die Verschwendung von Fleisch, auf den ich durch konsumpf.de aufmerksam geworden bin. Um die Preise stabil zu halten, lohnt sich die massenhafte Vernichtung von Fleisch. Der SWR zeigte die Dokumentation von Edgar Verheyen „Schweine für den Müllcontainer – Warum es zu viel Fleisch gibt“.

An die 18 Milionen Schweine werden jährlich alleine in Deutschland vernichtet. Überproduktion wird mit Subventionen belohnt. Eine unglaubliche Sauerei, die wiedereinmal die Frage nach unserem Fleischkonsum aufwirft. Nicht nur die ungeheure Verschwendung von Resourcen für die Fleichproduktion, sondern auch die Frage nach dem Umgang mit Tieren, sollte uns alle bewegen, auf Fleisch weitesgehend zu verzichten, oder zumindest den Konsum einzuschränken und auf Fleisch aus artgerechter Tierhaltung zurück zu greifen. (Siehe auch die Artikel über Massentierhaltung und Antibiotika, oder Fleischkonsum der ökologische Wahnsinn, sowie den Beitrag über Lebensmittelverschwendung).

Lebensmittelverschwendung

8. Oktober 2012

Die gigantische weltweite Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen verschärft das Welthungerproblem.

Während weltweit etwa 870 Millionen Menschen akut hungern werden nach UNO Angaben ca. ein Drittel (jährlich 1,3 Milliarden Tonnen) der weltweit produzierten Lebensmitteln verschwendet.

Ca. 50kg Lebesnmittel werden täglich in einem Supermarkt vernichtet

Sucht man Verantwortliche für diesen Irrsin, sollte man fragen: ‚Wer profitiert am meisten von der Lebensmittleverschwendung?

Agrarindustrie, Lebensmittelkonzerne, Handelsketten, Agrochemie und nicht zuletzt Finanzjongleure die auf die Spekulation mit Lebensmitteln setzen,  haben ein fundamentales Interesse die Lebensmittelproduktion jedes Jahr zu steigern und durch steigende Preise einen maximalen Profit zu erzielen. Unterstützt von, durch massive Lobbyarbeit, weichgekochten Politikern wurden Gesetze für Haltbarkeits Kennzeichnungen auf den Weg gebracht, die dazu führen, dass Lebensmittel früher als notwendig aus den Supermarktregalen aussortiert und vernichtet werden. Die durch korrupte oder durch Lobbyarbeit beeinflussten Politiker in EU, Bund und Ländern fördern darüber hinaus eine Überproduktion von Lebensmittel durch Subventionen.

Der Film ‚Taste the Waste‘ hat eine weltweite Diskussion ausgelöst, die selbst das Landwirtschaftsministerium von Ilse Aigner wachrüttelte. Es gab bei der Universität Stuttgart eine Studie in Auftrag um die Verschwendung von Lebensmitteln in Deutschland zu untersuchen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass deutschlandweit jährlich ca. 11 Mio. Tonnen Lebensmittel im Müll landen.  61 % davon in privaten Haushalten.  Nicht erfasst wurden allerdings die Abfälle in der Landwirtschaft. Darüber hinaus sind die Zahlen aus dem Handel sehr ungenau, da die Supermärkte keine ausreichende Auskunft über die weggeworfenen Mengen an Lebensmittel gaben. So versucht die Politik einmal mehr, die alleinige Verantwortung auf die Verbraucher abzuwälzen und gibt Info Broschüren über die Bedeutung des Haltbarkeitsdatums raus, statt Gesetzte auf den Weg zu bringen um die Ursachen der Verschwendung, wie Subventionen für Überproduktion u.a., zu beseitigen.

 

 

Sudokumania
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