Billig Bio vom Discounter

4. September 2012

In ihrer Reportage ‚Wie billig kann Bio sein‚ vom 03.09.2012 berichtet das Erste über einen Skandal um Bio Lebensmittel die billig bei den Discountern angeboten werden. Edeka, Aldi, Penny, Netto, Real und Co. und selbst ein renomierter Bio Anbieter wie Alnatura drücken die EK-Preise für Bioprodukte, wodurch die Produzenten gezwungen werden, Biofleisch, Biogemüse und -obst als billige Massenware zu produzieren und den Anspruch an Bioqualität auf ein Mindestmass zu senken.

In erschütternden Bildern wurde die Qualzucht und Massentierhaltung in der Biofleisch Produktion gezeigt. Hier wird der gutmeinende Verbraucher massiv getäuscht. Wer bereit ist, für Bioqualität mehr Geld auszugeben, tut dies in der Überzeugung für die Tiere und die Umwelt etwas Positives zu bewegen und gleichzeitig bessere Qualität zu erhalten. Das EU-Biosiegel hat die usrprünglichen Intentionen der Bio Bewegung vollständig verwässert. Artgerechte Tierhaltung zählt, wie wir aus dem o.g. Filmbericht der ARD zu unserem Entsetzen feststellen mussten nicht zu den Kriterien des EU-Biosiegels.

Ich meine hier sind die Discounter und ‚billig Bio‘ anbieter gefordert, eindeutig Stellung zu beziehen und auf artgerechte Tierhaltung und Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien bei ihren Lieferanten zu drängen. Aber auch die Politik ist hier in der Pflicht, strengere Kriterien für die Vergabe von Biosiegeln gesetzlich zu regeln.

Solange noch einheimische Biokartoffeln bei den Discountern ausgelistet werden und Biokartoffeln aus Afrika (unter massiver Verschwendung von Trinkwasser und CO2 Ausstoss durch lange Transportwege) importiert werden, solange noch Schweine, Rinder, Hühner in Massentierhaltung gequält werden, sollte der Verbraucher auf die ‚billig Bioprodukte‘ bei den Discountern verzichten.

Was kann ich als Verbraucher tun? – Achtet beim Einkauf von Bioprodukten auf Biosiegel der Bioverbände wie Demeter, Naturland, Bioland u.a., die sehr viel strengere Kriterien für die Vergabe ihrer Siegel anlegen. Massentierhaltung, Importe von billg Bio Gemüse und Obst erfüllen diese Kriterien sicher nicht. Erkundigt Euch nach der Herkunft von Biofleich und Biogemüse. Kauft nicht Bioprodukte beim Discounter, wenn die Herkunft der Ware nicht nachvollzogen werden kann bzw. von zweifelhaften Produzenten stammt.

Für alle, die den erschütternden Bericht über billig Bio nicht sehen konnten hier der LINK:

 


das-erste/reportage-dokumentation/exclusiv-im-ersten-„Wie billig kann Bio sein (ARD 03.09.2012 21:45)

Nur schade, dass der Bericht nur ein einziges Beispiel für echte Bioproduktion anführt und nicht darauf verweist, dass es eine große Anzahl Biobauern gibt, denen artgerechte Tierhaltung, Nachhaltige Produktion von Lebensmitteln ohne Pestizide und Kunstdünger und die Schonung der Umwelt noch ein echtes Anliegen ist. So schüttet der Bericht neues Wasser auf die Mühlen der Befürworter konventioneller Landwirtschaft und schadet dem Biogedanken. Die schwarzen Schafe unter den Produzenten und Vertreibern von Bioprodukten müssen offentlich angeprangert werden. Gleichzeitig sollte es jedoch eine positiv Liste geben, die diejenigen Produzenten, Lieferanten und Einzelhändler für den Verbraucher hervorhebt, die sich an den Qualitätsstandards der biologischen Anbauverbände orientieren. Der Gesetzgeber sollte endlich strengere Kriterien für die Erteilung des EU-Biosiegels erwirken.

 

2 Reaktionen zu “Billig Bio vom Discounter”

  1. fairstandenam 7. September 2012 um 11:21 Uhr

    Der Bericht in der ARD zeigt zwar, das einige schwarze Schafe unter den Ökoanbietern auf Tierschutz und artgerechte Tierhaltung sch…en, aber es sind wie gesagt nur einige schwarze Schafe. Auf keinen Fall sollte die Reaktion darauf der Verzicht auf Bioprodukte sein, denn die überwiegende Mehrheit der Biobauern haben sich den Naturschutz, die artgerechte Tierhaltung und nachhaltigen Anbau zur Aufgabe gemacht. Auch bei Discountern und billig Bioanbietern findet man Ware, die nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus und unter Einhaltung strenger Vorschriften für artgerechte Tierhaltung produziert wurde.

  2. fairstandenam 7. September 2012 um 11:23 Uhr

    Hier mal die Stellungnahme vom Alnatura zu dem Thema:

    ‚In einer ARD-Reportage unter dem Titel „Wie billig kann Bio sein“ wurde über Schweine- und Hühnerhaltung sowie den Import von Bio-Frühkartoffeln berichtet. Der Film zeigt, dass eine gesellschaftliche Debatte zur Wertschätzung von Lebensmitteln dringend erforderlich ist.

    Gleich am Anfang des Berichtes sind erschreckende Bilder eines Schweinebetriebes zu sehen. Der zuständige Öko-Verband wird sich ein Bild vor Ort machen. Wenn die gezeigten Bilder die tatsächlichen Verhältnisse auf dem Betrieb wiedergeben, hat dieser in den Reihen des ökologischen Landbaus nichts zu suchen. Der Verband wird in diesem Fall entsprechende Maßnahmen einleiten.

    Alnatura Bio-Fleisch
    Alnatura bezieht kein Fleisch von dem im Filmbeitrag gezeigten Betrieb. Das in den Alnatura Super Natur Märkten angebotene Fleisch stammt von der Bioland-Metzgerei Packlhof südlich von München. Alnatura arbeitet bereits seit 20 Jahren mit der Familienmetzgerei zusammen. Die Packlhof Fleisch- und Wurstprodukte stammen vom eigenen Hof und zusätzlich von weiteren Höfen aus der Region, die nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet werden. Das bedeutet: artgerechte Haltung und Fütterung der Tiere mit 100 Prozent Bio-Futter, überwiegend aus dem eigenen Betrieb. Auslauf, Bewegungsfreiheit und Stallkomfort haben für die Bioland-Bauern Vorrang vor Mengenleistungen.

    Alnatura Früh-Kartoffeln
    Alnatura bezieht vor Beginn der heimischen Saison für einige Wochen Bio-Frühkartoffeln von der biologisch-dynamisch wirtschaftenden Sekem-Farm in Ägypten, die 1977 von Ibrahim Abouleish gegründet wurde. Nahe Kairo wachsen heute auf rund 3 000 Hektar Fläche Kartoffeln, Baumwolle, Datteln und vieles mehr nach den strengen Richtlinien des Demeter-Verbandes. 2003 wurde Abouleish für seine vor allem auch in sozialer Hinsicht bedeutsame Initiative mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt. Die Sekem-Farm nutzt auf seinen Kartoffel-Anbauflächen eine sogenannte „Tröpfchen-Bewässerung“, eine sehr nachhaltige Form der Feldbewirtschaftung.

    Alnatura Bio-Eier
    Eier der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof führen wir in den norddeutschen Alnatura Filialen. In allen unseren Märkten gibt es zusätzlich Eier von Bioland- und Naturland-Höfen aus der jeweiligen Region. Wir nehmen die in dem Filmbeitrag erhobenen Vorwürfe sehr ernst und sind mit der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof im Gespräch. Darüber hinaus haben wir einen unabhängigen Sachverständigen beauftragt, um die Haltungsbedingungen der Hühner direkt vor Ort zu kontrollieren. Die Ergebnisse werden wir umgehend und gründlich prüfen und entsprechende Maßnahmen veranlassen.‘ (Quelle: http://www.alnatura.de)

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