Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie – fair gehandelte Kleidung

28. November 2012

Warum ist es so wichtig, dass wir Verbraucher auf fair gehandelte und ökologisch nachhaltig produzierte Kleidung beim Kauf achten?

Das Kleidung aus ökologisch nachhaltigen Rohstoffen, wie Biobaumwolle ohne chemische Farbstoffe für uns gesünder ist und die Umwelt entlasten, hat sich schon hinlänglich herumgesprochen. Das es aber mindestens genauso wichtig ist, unter welchen Arbeitsbedingungen unsere günstige Kleidung hergestellt wird, kann man gerade durch die aktuellen Berichte in den Medien über die Brände in den Nähereien von Bangladesch erkennen. In der Nacht von Sa. 24.11.2012 auf  Sonntag verbrannten in einer Textilfabrik in Bangladesh über 100 TextilarbeiterInnen. Laut Verdi kamen zwischen 2006 und 2010 in Bangladesch mehr als 550 Beschäftigte bei Fabrikbränden ums Leben. Bereits im September 2012 war eine Fabrik im pakistanischen Karatschi abgebrannt, wobei 259 Menschen ums Leben kamen.

Brand in einer Testilfabrik in Bangladesch lässt erneut Fragen nach den Arbeitsbedingungen aufkommen

Leider wird die Öffentlichkeit in den Industrienationen immer erst durch derart verheerende Katastrophen auf die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, die in den Erzeugerländern der Billigkleidung herrschen, aufmerksam. Dabei ist schon lange bekannt, dass in den Textilfabriken in China, Indien, Pakistan, Bangladesch und zunehmend auch in Lateinamerika unter Missachtung von Menschenrechts- Sozial- und Umweltstandards Kleidung für Konzerne wie TIK, H&M, C&A, die Metro Group, Walmart, Takko, Lidl  u.a. produziert wird. Dabei schrecken die Produzenten nicht zurück vor Kinderarbeit, Niedrichstlöhne (in Bangladesch ca. 30,-€/mtl.), Arbeitszeiten von bis zu 14 Std. an 7 Tg. wchtl., mangelnde hygienische Bedingungen, Verbot von Gewerkschaften und Betriebsräten usw.

Arbeitszeiten bis zu 14 Std.im Stehen – für 30,-€ mtl.

Die westlichen Konzerne verstecken sich nur allzu gerne hinter fragwürdigen Zertifikaten über Sozialstandards um ihren Ruf bei den Verbrauchern zu verbessern.

Viele Fabrikbesitzer kaufen sich die Bescheinigung über die Einhaltung von Sicherheitsstandards, um so die ausländischen Kunden ruhigzustellen, die eh nur ein Interesse haben, möglichst billig an Ware zu kommen„, sagt Phil Robertson von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Und Gisela Burckhardt von der deutschen Kampagne für Saubere Kleidung erklärt: „Inzwischen hat sich eine regelrechte Industrie von Sozialaudits entwickelt, in der Consulting-Unternehmen gut verdienen. Jährlich werden Tausende von Audits von Hunderten von Produzenten und Händlern in Auftrag gegeben„.

Kinderarbeit in der Textilindustrie noch weit verbreitet

Studien zeigen, dass sich durch die Einführung von Audits Mitte der neunziger nichts an den Sozial- und Sicherheitsstandards geändert hat.

Fazit ist, dass sich Kleidung nicht billig und gleichzeitig fair produzieren lässt. Schon gar nicht, wenn die beteiligten Unternehmen auch noch dicke Gewinne einfahren wollen. Einen interessanten Artikel zum Thema hat der Konsumpf Blog bereits im Okt.2011 veröffentlicht.

Darum ist es so wichtig, dass wir Verbraucher nicht nur auf den Preis schielen, sondern auch darauf ob unsere Kleidung nach sozialen- und ökologischen Standards produziert wurde. Siegel wie das der Fair Wear Foundation und Fairtrade werden für Textilien vergeben, die umweltschonend und unter Beachtung sozialer Standards hergestellt werden. Das beinhaltet  Löhne von denen man leben kann und menschenwürdige Arbeitsbedingungen und das Verbot von Kinderarbeit.

giftige Chemikalien für unsere trendigen Klamotten

Merke: Geiz ist absolut nicht geil sondern meistens nur absolut unfair.

Zum Schluss möchte ich noch auf die sehr gute und damit unterstützungswerte Arbeit der CCC (Clean Clothes Campaign) aufmerksam machen. Die Kampagne für saubere Kleidung setzt sich weltweit für einheitliche Sozialstandards in der Textilindustrie ein.

Kampagne für saubere Kleidung

Ein weiterer Artikel über faire Kleidung in diesem Blog: Kleidung öko fair und trendi

 
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